Fairer Handel – ein Weg zu mehr Gerechtigkeit

Jede Gemeinde und jeder einzelne Bürger kann dazu beitragen die Armutsmigration zu verringern!

Nach wie vor herrscht in vielen Entwicklungsländern massive Armut, die zu einem großen Teil auf ungerechte Handelspraktiken und unökologische Wirtschaftsweisen zurückzuführen ist. Als Folge findet eine Massenmigration statt.

Die „Fairtrade-Town-Kampagne“ startete im Jahr 2000 in Groß-Britannien und wird von dem gemeinnützigen Verein Transfair getragen, der selbst nicht mit Fairtrade-Produkten handelt, sondern entsprechende Siegel vergibt und diesbezügliche Öffentlichkeitsarbeit verrichtet.

Fair Trade dient dem Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen benachteiligter Produzenten-Familien in Drittländern zu verbessern. In Deutschland wächst das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen, umweltschonende und soziale Herstellungs- und Handelsbedingungen, die Nachfrage und die Anzahl fair gehandelter Produkte wächst kontinuierlich. Rund 80 % dieser Lebensmittel stammen aus ökologischem Anbau.

„Fair Trade“ Städte fördern gezielt den Fairen Handel, eine wichtige Rolle spielt dabei die öffentliche Beschaffung auf kommunaler Ebene. Bad Aibling und Rosenheim sind bereits „Fair Trade“ Towns!

Die Kriterien für die Zertifizierung „Fair Trade Gemeinde“ sind nicht schwer zu erfüllen:

Kriterium 1: Ratsbeschluss
Die Kommune verabschiedet einen Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels. Bei allen öffentlichen Sitzungen wird fair gehandelter Kaffee oder Tee ausgeschenkt und ein weiteres Produkt, wie z.B. Fair Trade Bananen angeboten.

Kriterium 2: Steuerungsgruppe
Eine Steuerungsgruppe wird gebildet, die auf dem Weg zur Fairtrade-Gemeinde die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Diese Gruppe besteht aus mindestens drei Personen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Kriterium 3: Fairtrade-Produkte im Sortiment
In einer festgelegten Anzahl von lokalen Einzelhandelsgeschäften, Floristen sowie Cafés und Restaurants werden mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten. Das sind für Prien
4 Geschäfte, 1 Schule, 1 Verein, 1 Kirche, 2 Gastronomiebetriebe, 4 Medienartikel, ein Teil der Mindestanforderungen sind bereits erfüllt.

Kriterium 4: Zivilgesellschaft
Fairtrade in öffentlichen Einrichtungen.
Produkte aus fairem Handel werden in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen verwendet. Darüber hinaus werden Bildungsaktivitäten zum Thema fairer Handel umgesetzt, oft im Rahmen weiterer Kampagnen von TransFair.

Kriterium 5: Medien
Nach Erhalt des Titels muss einmal im Jahr eine Aktion durchgeführt werden., bei der fair gehandelte Produkte sowohl aus Drittländern, als auch aus der Region vorgestellt werden.
Die lokalen Medien berichten über die Aktivitäten zum Thema Fairtrade in Ihrer Kommune.

Die Organisation überprüft laufend, dass die Mehreinnahmen den Kleinproduzenten in den Entwicklungsländern zufließen und selbstbestimmt und nachhaltig eingesetzt werden. Die Überprüfung der Kriterien erfolgt extern und unterliegt einer ständigen Aktualisierung und Verbesserung.

Die Bewerbung um den Titel „Fair Trade“ Gemeinde soll Anlass sein, sich intensiver mit dem Thema fairer Handel auseinanderzusetzen und nachhaltigere und gerechtere Wirtschaftsbeziehung zu unterstützen.

Prien, den 17. Oktober 2016
Gabriele Rau und Angela Kind

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